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Foto: Martin Bildstein copyright

Gemeinderat und Kreisbaumeister geben grünes Licht für die vom Brand zerstörten Bereiche im Europa-Park in Rust. Und auch in der Nachbarschaft können die Bagger für ein Hotelneubau jetzt loslegen.

Der Wiederaufbau des skandinavischen Themenbereichs und des Fahrgeschäfts "Piraten von Batavia", das im Mai des vergangenen Jahres niederbrannte, kann nun zügig umgesetzt werden. Der Bauausschuss des Ruster Gemeinderats hat am Montag gleich mehrere Detailbauanträge abgenickt, und auch das Landratsamt hat am Dienstag per Pressemitteilung bekannt gegeben, dass das Kreisbauamt grünes Licht für den vollständigen Wiederaufbau gegeben hat.

Im Landratsamt war eigens eine sogenannte Task-Force "zur Bündelung der zahlreichen Verwaltungsentscheidungen für die Instandsetzungen und Neubauten gebildet worden", heißt es in der Pressemitteilung aus der Offenburger Behörde. Die Leitung hatte Michael Loritz, Dezernent für Infrastrukturen im Landratsamt. Insbesondere bei der komplexen Brandschutzthematik habe es viele Abstimmungsgesprächen zwischen den Planern, Kreisbrandmeister Bernhard Frei und dem Baurechtsamt gegeben. "Dabei wurde ein Brandschutzkonzept erarbeitet, das den Park-Gästen den bestmöglichen Schutz gewährt", wird Loritz in der Pressemeldung zitiert.

Nachbau mit archivierten Plänen

Der skandinavische Bereich umfasst rund 5000 Quadratmeter. Neben Restaurants, Cafés, diversen Shops, Lagerflächen und einer Technikzentrale ist im zweiten Bauabschnitt die Wiederherstellung des Fahrgeschäfts "Piraten von Batavia" geplant. Sowohl der skandinavische Themenbereich als auch die Batavia-Piraten werden nach den noch archivierten Plänen von Ulrich Damrau, der als Architekt des europäischen Themenkonzepts im Europa-Park gilt und 2007 verstarb, nachgebaut. Nur die szenische Darstellung bei den Batavia-Piraten, wo es um einen Stadtbrand geht, soll es in der neuen Bahn nicht mehr geben.

Auch in unmittelbarer Nachbarschaft des Europa-Parks werden demnächst die Bagger anrollen. In der Jakob-Schneider-Straße wird ein weiteres Hotel mit 105 Zimmern und einer Tiefgarage entstehen. Bauherrin ist die SHS-Projektbau aus Kenzingen, die seit 2016 an der Umsetzung des Projektes arbeitet. Die erste Bauanfrage bezog sich zunächst auf ein Hotel als Einzelgebäude mit 100 Metern Länge und 117 Zimmern.

Hotelbau wird nun kleiner ausfallen

Obwohl die Rechtslage dies zuließ, hatte der Gemeinderat damals wegen des massiven Baukörpers Bedenken und legte über das Baugebiet zunächst eine Veränderungssperre, die im März 2017 wieder aufgehoben wurde. Statt des massiven Einzelbaukörpers sind nun zwei Einzelgebäude mit je rund 50 Metern Länge geplant, die mit einer Tiefgarage verbunden sind. Ein im April 2018 eingereichter weiterer Entwurf wurde noch einmal überarbeitet und jetzt dem Bauausschuss vorgestellt.

Hinter SHS stehen die drei Geschäftsführer Bernhard Haltermann sowie Christoph und Stephan Schmidt mit den Unternehmen Logo Wohn- und Gewerbebau und Schmidt Projektentwicklung. Das Trio befasst sich mit der Konzeption, Planung und Realisierung von Hotel-, Wohn-, und Gewerbeimmobilien. Die Firma "tophotel consultans" aus Baden-Baden wurde mit der Vermarktung des Gebäudes beauftragt. Den Betrieb des Hotels übernimmt einmal die Hotelgruppe "tristar GmbH" aus Berlin, die die Lifestyle-Marke Moxy der internationalen Marriott-Gruppe nach Rust bringen wird.

Mit dem Abriss der auf dem Areal noch stehenden Gewerbegebäude und dem sich anschließenden Neubau soll demnächst begonnen werden, teilte Geschäftsführer Bernhard Haltermann mit. Die Eröffnung ist für 2021 vorgesehen.

Quelle: badische-zeitung